Gelenkschmerzen: Ursachen, Tipps und was helfen kann

Mann hält sich die Schulter

Gelenkschmerzen können im Alltag stark belasten. Sie treten beim Gehen, Treppensteigen, Greifen, Aufstehen oder nach längerer Ruhe auf. Manchmal sind sie nur vorübergehend, etwa nach Überlastung. In anderen Fällen kehren sie immer wieder oder werden mit der Zeit stärker.

Schmerzen in den Gelenken können viele Ursachen haben: Überlastung, Verschleiss, Entzündungen, Verletzungen, Fehlbelastungen, rheumatische Erkrankungen oder Stoffwechselprozesse. Wichtig ist, die Beschwerden ernst zu nehmen und auf begleitende Zeichen wie Schwellung, Rötung, Wärme oder Bewegungseinschränkung zu achten.

Was sind Gelenkschmerzen?

Gelenkschmerzen können an einem einzelnen Gelenk oder an mehreren Gelenken auftreten. Betroffen sein können zum Beispiel Finger, Hände, Knie, Hüfte, Schultern, Füsse oder kleine Wirbelgelenke im Rücken.

Die Schmerzen können sich unterschiedlich anfühlen:

  • stechend
  • ziehend
  • dumpf
  • brennend
  • belastungsabhängig
  • bewegungsabhängig
  • in Ruhe spürbar
  • morgens besonders stark
  • mit Steifigkeit verbunden

Je genauer die Beschwerden beschrieben werden können, desto besser lässt sich einschätzen, welche Ursache dahinterstecken könnte.

Mögliche Ursachen von Gelenkschmerzen

Gelenkschmerzen entstehen nicht immer direkt im Gelenkknorpel. Auch Sehnen, Bänder, Schleimbeutel, Muskeln, Faszien oder Entzündungsprozesse können beteiligt sein.

Häufige Ursachen sind:

  • Überlastung
  • ungewohnte Bewegung
  • Fehlhaltung oder Fehlbelastung
  • Verletzungen
  • Arthrose
  • rheumatische Erkrankungen
  • Entzündungen
  • Gicht
  • Bewegungsmangel
  • Übergewicht
  • altersbedingte Veränderungen
  • hormonelle Veränderungen, etwa in den Wechseljahren

Gelenkschmerzen bei Arthrose

Bei Arthrose verändert sich der Gelenkknorpel. Das betroffene Gelenk kann schmerzen, steif werden und sich weniger gut bewegen lassen. Typisch ist der sogenannte Anlaufschmerz: Die ersten Bewegungen nach Ruhe sind unangenehm, nach einigen Minuten Bewegung lassen die Beschwerden oft nach. Häufig betroffen sind Knie, Hüfte, Finger, Hände, Zehen und kleine Wirbelgelenke.

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Gelenkschmerzen bei Rheuma

Rheuma ist ein Sammelbegriff für viele Beschwerden und Erkrankungen des Bewegungsapparates. Gelenkschmerzen können dabei mit Morgensteifigkeit, Schwellung, Wärmegefühl oder eingeschränkter Beweglichkeit verbunden sein. Wenn Gelenke wiederholt oder länger anhaltend schmerzen, entzündlich wirken oder mehrere Gelenke betroffen sind, ist eine fachliche Abklärung wichtig.

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Welche Rolle spielen Entzündungen?

Entzündungen können bei Gelenkschmerzen eine wichtige Rolle spielen. Ein entzündetes Gelenk kann schmerzen, geschwollen, gerötet oder überwärmt sein. Manchmal ist auch die Beweglichkeit deutlich eingeschränkt.

Entzündungszeichen sollten nicht übergangen werden. Besonders wenn Fieber, starke Schmerzen oder eine deutliche Schwellung hinzukommen, ist ärztlicher Rat wichtig.

Bewegung statt Schonhaltung

Wenn Gelenke schmerzen, ist Schonung oft naheliegend. Kurzfristig kann Entlastung sinnvoll sein. Langfristig führt zu wenig Bewegung jedoch häufig dazu, dass Muskeln schwächer werden, Gelenke steifer werden und der Schmerz-Kreislauf verstärkt wird.

Angepasste Bewegung kann helfen, Beweglichkeit, Kraft und Stabilität zu erhalten. Geeignet sind je nach Situation:

  • Spazieren
  • Velofahren
  • Schwimmen
  • Aqua-Fit
  • sanftes Krafttraining
  • Mobilisationsübungen
  • Physiotherapie
  • Dehnübungen

Wichtig ist, die Belastung an die Beschwerden anzupassen. Bei akuten Entzündungen, starken Schmerzen oder unklarer Ursache sollte die Bewegung fachlich abgestimmt werden.

Wärme oder Kälte bei Gelenkschmerzen?

Ob Wärme oder Kälte besser ist, hängt von der Art der Beschwerden ab.

  • Wärme

    Wärme kann bei chronischen Beschwerden, Steifigkeit oder Verspannungen wohltuend sein.

  • Kälte

    Kälte kann bei akuter Schwellung, Rötung oder Überwärmung angenehmer sein.

Ernährung bei Gelenkschmerzen

Eine ausgewogene, pflanzenbetonte Ernährung kann den Körper unterstützen und hilft, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Das ist besonders wichtig, wenn belastete Gelenke wie Knie, Hüfte oder Füsse betroffen sind.

Sinnvoll sind:

  • viel Gemüse und Salat
  • regelmässig Früchte
  • Vollkornprodukte
  • Hülsenfrüchte
  • Nüsse und Samen
  • hochwertige Pflanzenöle
  • ausreichend Eiweiss
  • genügend Flüssigkeit
  • weniger stark verarbeitete Lebensmittel
  • bewusster Umgang mit Zucker und Alkohol

Bei entzündlichen Beschwerden oder Gicht können zusätzliche Ernährungsempfehlungen relevant sein. Eine individuelle Beratung ist dann sinnvoll.

Pflanzliche Unterstützung

Pflanzliche Arzneimittel können je nach Beschwerdebild unterstützend eingesetzt werden. Wichtig ist, dass Pflanze und Produkt zur jeweiligen Indikation passen.

Teufelskralle

Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens) ist besonders mit Verschleissbeschwerden des Bewegungsapparates verbunden, zum Beispiel Arthrose.

Arnika

Arnika (Arnica montana) ist besonders relevant für die äusserliche Anwendung bei lokalen Schmerzen und Entzündungen der Gelenke und Muskeln.

Wann ärztlich abklären lassen?

Eine ärztliche Abklärung ist sinnvoll bei:

  • plötzlich starken Gelenkschmerzen
  • Schwellung, Rötung oder Überwärmung
  • Fieber
  • Schmerzen nach Unfall oder Sturz
  • deutlicher Bewegungseinschränkung
  • wiederkehrenden Beschwerden
  • Gelenkschmerzen in mehreren Gelenken
  • nächtlichen Schmerzen
  • anhaltender Morgensteifigkeit
  • Taubheit, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen
  • Beschwerden, die trotz Entlastung nicht besser werden

Vertiefende Themen

  • Arthrose
  • Rheuma
  • Rückenschmerzen
  • Nackenschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • Teufelskralle im Heilpflanzenlexikon
  • Arnika im Heilpflanzenlexikon
  • Ernährung bei Gelenkbeschwerden

FAQ: Häufige Fragen zu Gelenkschmerzen